Neujahr 26 – Hören und Handeln

Ich erinnere mich daran, wie ich als Grundschüler bei jedem neuen Schulheft vorhatte, dieses Mal ordentlicher zu schreiben und am Ende ein sauberes Heft zu haben. Doch es ist mir nie gelungen.

Nun liegt das neue Jahr wie ein neues Heft vor uns. Manche fassen gute Vorsätze, andere fragen sich, womit sie ihre Seiten füllen sollen oder wer dies tut.

Mir persönlich wurde dazu ein Wort aus Jes 62,10 wichtig: „Geht hindurch, geht durch die Tore und geht vom Alten zum Neuen.“

Für mich waren die folgenden Sätze von Brian Simmons hilfreich: „Achte auf die Türen, die sich in deinem Leben öffnen und schließen. Es gibt Zeiten, in denen der Herr dich zurückhält und dir sagt, dass du ihn an den stillen Wassern genießen sollst. Und es gibt Zeiten, in denen sich die Tore weit öffnen und er dich in etwas Neues führt.“

Das habe ich immer wieder erfahren. Ich habe gelernt, dem Heiligen Geist zu vertrauen, dass er mir zeigt, wann ich ruhen und wann ich voranschreiten soll. Mein Vorsatz lautet daher: Wenn der Herr sagt: „Gehe durch die Tür“, will ich nicht zögern. Ich will mich davor hüten, es mir so bequem zu machen, dass mich die Angst vor dem Unbekannten zurückhält – oder dass meine „Vernunft“ das dämpft, was ich in meinem Geist intuitiv erkenne.

Damit mir das gelingt, will ich das ganze Jahr in enger Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist leben. Aus verschiedenen Quellen hat er mich gerade jetzt ermutigt, meine Prioritäten wie folgt zu setzen:

„Suche mit ganzem Herzen meine Gegenwart und warte auf mich! „Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.“ (Jes 48,17)

Selbstverständlich gilt dies für das ganze Jahr. Es wird mir helfen, zu erkennen, ob und wann ich durch neue Türen treten und Veränderung willkommen heißen oder aber Gott an den stillen Wassern genießen soll.

Dennoch möchte ich gerade im Januar die Zeit verwenden, um mich vom Heiligen Geist vorbereiten zu lassen, sodass er mich gebrauchen kann. Kathrin Kuhlmann schlägt vor, den Januar als Zeit der Ausrichtung zu nutzen und sich nicht einfach ins neue Jahr zu stürzen. Sie nennt sieben Wege, wie der Heilige Geist uns zum Jahresbeginn vorbereitet.

1. Er verlangsamt dich, und manchmal bremst er dich aus: Überstürzung behindert das Urteilsvermögen.

2. Er deckt Ablenkungen auf – nicht alles Gute ist von Gott.

3. Er befasst sich mit unseren Motiven – Stärke folgt Reinheit.

4. Er vertieft unser Gebetsleben – Intimität kommt vor Einfluss.

5. Er erlaubt Stille – damit du lernst, klar zu hören.

6. Er beschneidet (falsche) Beziehungen – Ausrichtung erfordert Fokussierung.

7. Er weckt den Hunger – Gott füllt die, die sich nach ihm sehnen.

Kathrin Kuhlmanns Rat: „Wenn du jetzt kooperierst, dann wirst du später keine Schwierigkeiten haben.“

Das gilt natürlich für jeden Tag dieses Jahres, aber besonders jetzt. Ich wünsche uns dazu Ohren, die bereit sind zu hören und dann zu handeln.

Autor

  • Ehemann von Uta und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Mit einem Team gründete er eine Gemeinde, die er 25 Jahre als Pastor leitete. Seit 2022 ist er Redaktionsleiter von Charisma sowie Missionspartner bei Globe Mission.

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