Verheiratet, geschieden, „Teilzeit-Single“, wieder geheiratet versus Langzeit-Single. Wie sich zwei auf unterschiedlichen Reiserouten trafen und aus einzelnen Entwicklungsreisen eine gemeinsame Entwicklungsreise wurde.
Unterschiedliche Startbedingungen
Gerd: Ich bin in einer Familie mit einem religiösen Verständnis landeskirchlicher Prägung aufgewachsen, hatte aber keine lebendige Beziehung zu Jesus Christus. Der Selbstmord meines Vaters, als ich neun Jahre alt war, prägte meine Kindheit und mein Erwachsenwerden. Aus heutiger Sicht fehlten mir Vorbilder und eine Hinführung zur Entwicklung meiner Identität.
Mit 17 Jahren nahm ich Jesus Christus als Erlöser an. Ich freundete mich mit meiner späteren ersten Ehefrau an. Doch wie ich mich als Christ vom Baby-/ Kindsein zum Erwachsensein entwickeln kann, wurde mir nicht vermittelt. Das wurde mir erst klar, als ich 47 Jahre alt wurde.
Tanja: Ich habe Gott schon als Kind gekannt und mich als Teenager bewusst für ihn entschieden. Er wurde zu meinem besten Freund, mit dem ich durch dick und dünn ging. Für mich war es wichtig, Gott an die erste Stelle in meinem Leben zu stellen. Ich versuchte, alles nach ihm auszurichten.
Stationen auf dem Weg zur Reife
Gerd: Es gab normale Höhen und Tiefen in meinem Glaubensleben. Mein Tiefpunkt war jedoch, mich nach einer begangenen Sünde von meinem Seelsorger darin bestärken zu lassen, diese nur vor Gott zu bekennen und mir von ihm vergeben zu lassen, jedoch nicht vor meiner damaligen Ehefrau. Aus heutiger Sicht war dies falsch und hat mein Herz verhärtet.
Inspiriert durch das Buch „Ein neues Herz will ich euch geben“ von Christa und Dirk Lüling nahm ich am Intensivseelsorge-Seminar „Freiheit erleben – Beziehungen klären“ von team-f teil. Dort fand ich durch die Anleitung des Heiligen Geistes meine Tränen und den Mut wieder, in Christus zu meinen Verfehlungen auch vor Menschen zu stehen. Leider mündete dies in der Trennung von meiner ersten Frau.
Danach erlebte ich viele neue, intensive Reiseabschnitte mit Gott, die ich selbst spüren konnte. Es war eine echte Verwandlung. Nach 30 Jahren mit Christus begann endlich meine Reifung zum Erwachsenwerden.
Tanja: Mit 39 Jahren war ich immer noch Single. Ich erkrankte an einer Erschöpfungsdepression als Folge eines Burnouts. Mein Körper funktionierte nicht mehr. Ich war nah am Wasser gebaut, konnte mich nicht länger als fünf Minuten konzentrieren und kaum 30 Schritte ohne Kreislaufzusammenbruch laufen. Mein Lebensfundament, „Glaube“, hielt mich nicht mehr. Ich verstand Gottes Liebe nicht mehr. Ein Gott, für den ich alles gegeben hatte, ließ mich einfach fallen? Ich war so wütend auf ihn, meinen angeblich mich liebenden Vater. Ich hatte keine Lust mehr auf alte Glaubensbekenntnisse. Wie konnte ich den Gott der wahren Liebe kennenlernen, der mich angeblich unabhängig von meinem „Dienst“ und „Tun“ für ihn liebte? Hier begann mein neuer Lebensabschnitt, in dem ich Gottes heilende Liebe erleben durfte.
Auf manchen Abschnitten wurde diese Reise durch großes Leid unterbrochen – Leid, durch das ich aber Gottes Liebe wieder nicht erkennen konnte. Diese furchtbaren Erfahrungen bewegten mich immer wieder neu, mich für Gottes Liebe zu entscheiden. Und Gott? ER hielt das aus.
Unsere Kennzeichen für Reife
Gerd: Mein erster Indikator lässt sich heute gut benennen: vor Gott und den Menschen sofort ehrlich und authentisch zu sein. Und mit allen Konsequenzen meines Verhaltens, egal, ob gut oder schlecht, zu leben. Tröstend war für mich immer die Gewissheit, dass Jesus Christus schon alle Schuld und Sünde meines Lebens auf sich genommen hat.
Weitere Schritte wurden für mich:
- Ich nahm mir möglichst viel Zeit für die Begegnung mit Gott.
- Ich ging Zweierschaften ein, um darin zu wachsen und ein Gegenüber zu haben, dem ich Rechenschaft ablegen konnte.
- Ich nahm bewusst meine Identität als Sohn Gottes an und begann, darin zu wachsen.
- Ich wollte für andere ein geistlicher Vater werden.
Tanja: Nachdem ich Selbstfürsorge als meine Verantwortung angenommen hatte, konnte ich Schritt für Schritt entdecken, dass Gott mich „einfach nur“ liebt. Ich konnte meine bisher unentdeckte Lebenslüge entlarven, geliebt zu sein aufgrund meines Tuns für Gott und die Menschen, und sie endlich durch Gottes Wahrheit ersetzen. Ein wichtiger Schritt war, mit Hilfe einer Beraterin mich meiner Kindheit, prägenden Ereignissen, eigenen Entscheidungen und deren Folgen zu stellen.
Ein wichtiges Element wurde für mich die „Versöhnung“, die nur möglich ist, wenn ich mich zuerst mit meinem eigenen Leben versöhne. Jesus half mir, unentdeckte Schmerzen, Herzenshärte und Bitterkeit aufzudecken, sie zu verstehen und den Gefühlen Raum zu geben, um schließlich Trost zu erfahren. So gelangte ich in die Freiheit und lernte, nicht mehr aus Schmerz, Herzenshärte und Bitterkeit zu reagieren.
In Reife leben und darin wachsen
Gerd: Täglich werde ich dankbarer für Gottes Gnade, die mir diese Reifeschritte ermöglicht hat. Sie bewegt mich, davon zu erzählen und über Seine Gnade und Liebe zu lehren. Ich empfinde es als großes Vorrecht, Menschen auf ihrem Reifeprozess zu begleiten. Dabei ist mir überaus bewusst, dass auch ich weiterhin Lernender bin und es auch bleiben möchte, bis ich in Gottes himmlischer Wohnung angekommen bin.
Tanja: Nachdem ich Selbstfürsorge als meine Verantwortung angenommen hatte, konnte ich Schritt für Schritt entdecken, dass Gott mich „einfach nur“ liebt. Ich konnte meine bisher unentdeckte Lebenslüge entlarven, geliebt zu sein aufgrund meines Tuns für Gott und die Menschen, und sie endlich durch Gottes Wahrheit ersetzen. Ein wichtiger Schritt war, mit Hilfe einer Beraterin mich meiner Kindheit, prägenden Ereignissen, eigenen Entscheidungen und deren Folgen zu stellen.
Ein wichtiges Element wurde für mich die „Versöhnung“, die nur möglich ist, wenn ich mich zuerst mit meinem eigenen Leben versöhne. Jesus half mir, unentdeckte Schmerzen, Herzenshärte und Bitterkeit aufzudecken, sie zu verstehen und den Gefühlen Raum zu geben, um schließlich Trost zu erfahren. So gelangte ich in die Freiheit und lernte, nicht mehr aus Schmerz, Herzenshärte und Bitterkeit zu reagieren.
In Reife leben und darin wachsen
Gerd: Täglich werde ich dankbarer für Gottes Gnade, die mir diese Reifeschritte ermöglicht hat. Sie bewegt mich, davon zu erzählen und über Seine Gnade und Liebe zu lehren. Ich empfinde es als großes Vorrecht, Menschen auf ihrem Reifeprozess zu begleiten. Dabei ist mir überaus bewusst, dass auch ich weiterhin Lernender bin und es auch bleiben möchte, bis ich in Gottes himmlischer Wohnung angekommen bin.
Tanja: In dieser Freiheit zu leben, muss trainiert werden. Das geschieht bei mir nicht einfach so. Manchmal kommen alte Verhaltensweisen und Gedankengänge der Verletzungen wieder hoch. Mir hilft es dann, bei manchen Themen professionelle Hilfe zu suchen, z. B. bei Beratern von team-f. Durch meine eigenen Fortbildungen im Bereich Seelsorge lernte ich gutes Handwerkszeug kennen.
Oft habe ich mir schon gewünscht, dass diese Reise in die Reife ein Ende haben möge. Doch dann offenbart mir Jesus weitere innere Realitäten, die ich mir ansehen darf. Es hört wohl nicht auf, doch wenn ich darauf blicke, was ich schon „geschafft“ habe, werde ich dankbar.
Durch die Offenbarungen und Leidenserfahrungen wird meine Beziehung zu Gott nicht unbedingt leichter. Manchmal ist zwischen uns sogar gefühlt viel Abstand. Doch ich lerne, mich immer wieder langsam auf ihn zuzubewegen. Das zeigt mir Gottes große Wertschätzung und Liebe für mich.
Was hatte das Ganze nun mit der Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling zu tun?
Gerd: Der Prozess der Entwicklung eines Schmetterlings begleitet mich nun seit gut zehn Jahren und symbolisiert für mich die Treue und Liebe Gottes. Diese Verwandlung der Raupe über die Puppe bis hin zum Schmetterling stellt genau den Reifeprozess dar, den Gott sich für mich wünscht. Der wunderschöne Schmetterling ist das Ziel der Entwicklung, wenn die erforderliche Reife erreicht ist.
Manchmal war ich länger Raupe oder Puppe, als ich es mir vorgestellt hatte. Gott hat mir die erforderliche Zeit geschenkt, um zu dem zu werden, den Gott sich schon immer vorgestellt hat: Gerd Hutschenreuter, geliebter und begnadigter Sohn des Höchsten.
Tanja: Durch meinen heilenden Veränderungsprozess, in dem Jesu Heilung sichtbar in mein Leben trat, durfte ich ein Schmetterling werden. Ein Schmetterling in der Freiheit und Liebe Gottes.