Himmelfahrt – Warten und Gehen

„Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
Und als Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Während sie noch gespannt zum Himmel blickten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten:
„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel fahren sehen.“ Apg 1,8–11

Ein Feiertag bedeutet eigentlich, dass etwas gefeiert wird – etwas, das Geschehen ist und an das man sich bewusst erinnert. Genau das war auch das Ziel der Feste im Alten Testament.

Was verbindest du persönlich mit Himmelfahrt? Wohin schaust du an diesem Tag?

Beim Lesen dieses Bibeltextes fiel mir Folgendes auf:

Das letzte Wort Jesu vor seiner Himmelfahrt an seine Jünger war eine Verheißung – eine Verheißung, die ohne Kreuz und Auferstehung nicht möglich gewesen wäre:
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen … und werdet meine Zeugen sein … bis an die Enden der Erde.“

Kein Müssen. Kein Sollen. Sondern ein Werden.

Das Einzige, was die Jünger tun sollten, war, Jerusalem nicht zu verlassen und auf die Verheißung des Vaters zu warten.

Das erste Wort nach Jesu Himmelfahrt – gesprochen durch die zwei Engel – war wiederum eine Verheißung:
Jesus wird so wiederkommen, wie er in den Himmel aufgefahren ist.

Die Erfüllung der ersten Verheißung geschah im Bleiben und Warten.
Die zweite Verheißung wird sich erfüllen, weil die Jünger nicht in Jerusalem geblieben, sondern bis an die Enden der Erde gegangen sind:

„Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“
(Matthäus 24,14)

An Himmelfahrt möchte ich mir beides neu bewusst machen:

Es gibt Zeiten, in denen ich bleiben und warten soll, um zu empfangen.
Und es gibt Zeiten, in denen ich mich bewegen lassen soll, meine Komfortzone zu verlassen, um in der Kraft des Heiligen Geistes das Evangelium vom Königreich Gottes zu bezeugen – dort, wo er mir Türen öffnet: in meinem Ort, meiner Region, meinem Land und darüber hinaus.

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Autor

  • Ehemann von Uta und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Mit einem Team gründete er eine Gemeinde, die er 25 Jahre als Pastor leitete. Seit 2022 ist er Redaktionsleiter von Charisma sowie Missionspartner bei Globe Mission.

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