In der Karwoche, in einer aussichtslosen Situation im Kampf gegen eine schwere Krebserkrankung, machte ein Leser eine außergewöhnliche Erfahrung. Während er den Leidensweg Jesu bewusst mitging, geschah etwas, das sein Leben für immer veränderte.
Eine Geschichte über Glauben und Hoffnung – und eine unerwartete Wendung.
Am 30. Oktober 2023 suchte ich wegen Druckschmerzen im Bauch ein Krankenhaus auf. Ich durfte nicht mehr nach Hause: Die Ärzte hatten einen 12 cm großen Tumor an der Milz entdeckt. Die weiteren Untersuchungen ergaben die Diagnose Non-Hodgkin-Lymphom – Krebs des Lymphsystems.
Während die Ärzte noch nach der richtigen Behandlung suchten, wuchs der Tumor unaufhaltsam weiter. Schließlich knickte er mir den Zwölffingerdarm ab, sodass der Magenausgang blockiert war. Ich konnte weder Essen noch Trinken bei mir behalten und verlor in kürzester Zeit massiv an Gewicht und damit auch meine gesamte Kraft.
Nach zehn Wochen und zwei Zyklen Chemotherapie schien es bergauf zu gehen – der Tumor war auf 2 cm geschrumpft. Doch plötzlich die Wende: Der Krebs wuchs mit einer enormen Geschwindigkeit nach, füllte den gesamten Bauchraum aus und blockierte erneut meinen Darm. Die Krankheit erreichte das Stadium IV; ich benötigte eine neue, noch stärkere Chemotherapie.
Die Karwoche in Jerusalem
Zu Beginn der Osterferien – es war der Montag der Karwoche – bemerkte ich eine Stille in meinem Terminkalender: Mein Onkologe war im Urlaub und meine Musikschüler hatten schulfrei. In diesem Moment überkam mich der Gedanke: Das ist eine einmalige Chance, diese Woche ganz mit Jesus zu verbringen und seinen Leidensweg gemeinsam mit ihm zu gehen.
Diese Aussicht erfüllte mich mit großer Freude. Ich verbrachte die Tage und Nächte im Gebet und in tiefer Meditation. Mental war ich in dieser Zeit nicht in Bonn, sondern in Jerusalem.
Die Verheißung am Karsamstag
Als der Karsamstag kam, war ich zunächst unschlüssig: Woran sollte ich denken? Wofür sollte ich beten? Jesus war tot, die Jünger verängstigt und orientierungslos, die Pharisäer feierten ihren Sabbat. Mitten in diesen Gedanken hörte ich plötzlich Gottes Stimme in mir:
„So wie du die fünf Tage mit Christus verbracht hast – wirst du mit ihm am Sonntag auch auferstehen!“
Es war unbeschreiblich, denn ich spürte ja noch meinen Bauch voller Krebs. Doch als ich am Ostersonntag aufwachte, fühlte sich mein Bauch plötzlich leer an. Ich spürte eine Leichtigkeit im Körper, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gekannt hatte. Mein Onkologe untersuchte mich kurz darauf und konnte nichts mehr finden.
Gott hat mich vom Krebs befreit.